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Mit Digitalen Werkzeugen und KI zur effizienten Energiewirtschaft

Von der Planung über die Betriebsführung bis zur Optimierung im laufenden Betrieb: Digitale Werkzeuge und KI verändern die Art und Weise, wie Effizienzverluste erkannt, Prozesse optimiert und komplexe Herausforderungen der Energiewende gemeistert werden. Wie das gelingt, beantwortet Dr. Sebastian Lohse in „3 Fragen an …”.
 

Unser Experte im Gespräch

Dr. Sebastian Lohse
Bereichsleiter System Technologies

Digitale Lösungen in der Energiewirtschaft – welchen Mehrwert bieten sie?

Digitale Lösungen schaffen in der Energiewirtschaft einen spürbaren Mehrwert entlang des gesamten Anlagenlebenszyklus – von der Planung über den Betrieb bis hin zu Modernisierungen. Schon in der frühen Planungsphase ermöglichen spezialisierte Simulationstools eine präzise wärmetechnische Auslegung und Optimierung von Anlagen oder ganzen Standorten. Betreiber können damit verschiedene Szenarien durchspielen und Energie- sowie Effizienzpotenziale besser bewerten. EBSILON® Professional

Während der Betriebsführung unterstützen digitale Monitoring-Systeme dabei, Effizienzverluste oder kritische Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Sie analysieren kontinuierlich Betriebsdaten, bewerten auffällige Entwicklungen und helfen dabei, ungewollte Fahrweisen oder Prozessverluste sichtbar zu machen. Das gibt dem Betreiber wertvolle Zeit zur Vorbereitung, reduziert das Risiko ungeplanter Stillstände und eröffnet neue Möglichkeiten, den Anlagenbetrieb wirtschaftlich zu optimieren. Predictive Analytics

Im laufenden Betrieb tragen digitale Lösungen zudem dazu bei, Energieverbräuche zu senken und Emissionen regelungstechnisch zu optimieren. Gleichzeitig werden Standardregelabweichungen in kritischen Prozessparametern minimiert, etwa bei Dampfwerten oder Freikalkgehalt. Das entlastet das Anlagenpersonal, erhöht gleichzeitig die Prozess- und Produktqualität und führt dadurch zu einer erhöhten Wirtschaftlichkeit der Anlage. PiT Navigator

Energie- und Wärmewende werden vorangetrieben – welche Herausforderungen und Chancen bringt das im Kontext digitaler Lösungen mit sich?

Die Energie- und Wärmewende verändert die Energiewirtschaft grundlegend. Mit der Dekarbonisierung von Strom- und Wärmeerzeugung sowie der Industrie verändert sich auch das Erzeugungsportfolio deutlich – von klassischen Großanlagen hin zu erneuerbaren, dezentralen und oft volatilen Erzeugern. So führen Anforderungen aus dem Energiehandel, die Volatilität in der Erzeugung gekoppelt mit dem Vorrang dekarbonisierter Erzeugung in vielen Anlagen zu einer erhöhten Komplexität sowohl im technischen als auch im wirtschaftlich optimierten Betrieb. 

Für Betreiber bedeutet das: Sie brauchen Lösungen für den wirtschaftlichen Betrieb ihrer Assets und die Identifikation des optimalen Betriebspunktes, und zwar unter zunehmend komplexer werdenden Bedingungen. Digitale Anwendungen setzen genau dort an. Mit ihnen gelingt es uns, maßgeschneiderte Antworten zu geben auf Fragen nach der Verbundoptimierung in Industriekomplexen, intelligenter Asset-Bewirtschaftung in Bereich der Erneuerbaren Energien oder der optimierten Steuerung von Wärmenetzen mit einer hohen Anzahl an dezentralen Einspeisern. 

Dadurch entstehen neue Chancen: Prozesse werden transparenter, Prognosen zuverlässiger und Betriebsstrategien robuster. Gleichzeitig gewinnen Betreiber mehr Handlungssicherheit in einer Energiebranche, die sich immer schneller wandelt.

KI ist in aller Munde - wird sich künstliche Intelligenz in den technischen Anwendungen bemerkbar machen?

Künstliche Intelligenz verändert schon heute an vielen Stellen die Art und Weise, wie wir arbeiten und wirtschaften. Wir erleben das bereits in den mächtigen Werkzeugen des „Machine Learning“ bzw. „Deep Learning“, die wir in unseren Lösungen zur Generierung digitaler Prozesszwillinge einsetzen. Solche Modelle helfen dabei,  Veränderungen im Anlagenbetrieb frühzeitig zu erkennen und modell-prädiktive Lösungen zur Prozessoptimierung anzuwenden.

Mit den  inzwischen zugänglichen großen Sprachmodellen, den sogenannten Large Language Models (LLM), und den Ansätzen generativer KI erleben wir aktuell einen weiteren Technologiesprung. Diese Werkzeuge beeinflussen bereits jetzt wie Wissensmanagement, Recherchen oder auch Softwareentwicklung funktionieren. Gleichzeitig muss klar sein, dass der Mensch die Ergebnisse bewerten und die finalen Entscheidungen treffen muss.

Für die Energiewirtschaft eröffnet die KI erhebliche Potenziale: Sie erleichtert den Umgang mit den großen Datenmengen, die im Betrieb moderner Energieanlagen anfallen. Besonders im Bereich Wartung und Instandhaltung erwarten wir deutliche Effizienzgewinne – etwa durch einen schnelleren, intelligenteren Zugriff auf Anlagendokumentationen oder durch automatisiert generierte Handlungsvorschläge. Erste Anwendungsbeispiele zeigen äußerst vielversprechende Ergebnisse und veranschaulichen die großen Potenziale, um die Bedürfnisse unserer Kunden weltweit zu decken.

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